| Orgel in Grevesmühlen Orgel in Grevesmühlen
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Mitte
Juni bis Ende August jeden Sonntag um 18 Uhr: "Grevesmühlener
Sommermusiken
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Die Geschichte der Friese-Orgel
Die erste Erwähnung einer Orgel in der St.-Nikolai-Kirche
stammt aus einer Eintragung in der Stadtchronik aus dem Jahre 1620. Darin wird
die Errichtung des großen Turmes (92m) durch Turmbauer Meister Claus Schlegel
dargestellt. Gleichzeitig „erbaut M. Henninck eine neue Orgel“.
Wenn von einer „neuen Orgel“ die Rede ist, könnte daraus geschlossen werden,
daß vorher eine alte vorhanden gewesen sei. Jedoch gibt es in Chroniken, Urkunden
und Visitationsberichten jener Zeit keine Aussagen darüber. Bei dem Orgelbauer
(M. Henninck bedeutet „Meister Henning“) handelt es sich um Henning Kröger aus
Wismar, der in jener Zeit mehrere bedeutende große Orgeln, unter anderem in
Gadebusch, Wismar und Boizenburg errichtete.
Bei dem großen Stadtbrand 1659 wurde diese Orgel
zerstört. Erst 1681 konnte sich die Kirchgemeinde den Bau einer neuen Orgel
leisten.
Zuvor war bereits im Jahre 1674 ein Kostenvoranschlag
bei dem berühmten Orgelbauer Joachim Richborn in Hamburg eingeholt worden. Er
wurde jedoch nicht ausgeführt.
| Manual |
Pedal |
| Principal 8’ |
Untersatz 16’ |
| Gedact 8’ |
Gedact 8’ |
| Octav 4’ |
Trompete 8’ |
| Flöhten 4’ |
Cornett 2’ |
| Nasat 3’ |
|
| Blockflöten 2’ |
|
| Mixtur 4-6 fach |
|
| Tromet 8’ |
Tremulant „durchs gantze Werck“ |
Dieses Orgelbauprojekt zerschlug sich aus unbekannten Gründen. Möglicherweise
war der sehr bekannte Orgelbauer Richborn für Grevesmühlen zu teuer. Von ihm gibt
es heute noch zwei sehr schöne kleine Instrumente in Buttforde (Ostfriesland)
und Mögeltondern (Dänemark).
Das dann 1681 vollendete Orgelwerk wurde „von einem Meister aus Lübeck“ erbaut.
Bei dem Orgelbauer handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Michael
Briegel, den Schüler und Schwiegersohn von Friedrich Stellwagen, einem weiteren
sehr berühmten Orgelbauer jener Zeit (Stellwagen baute u.a. die noch heute vorhandenen
Orgeln in Stralsund St.Marien und Lübeck St.Jakobi). Michael Briegel war in
jener Zeit besonders in Mecklenburg aktiv, so erbaute er dort 1683 eine Orgel
in Sternberg; sein Sohn David Georg errichtete die kleinere Orgel in Mühlen
Eichsen, von der heute noch das Gehäuse und die Prospektpfeifen erhalten sind.
Die Grevesmühlener Orgel hatte folgende Disposition [Quelle: Walter Haacke,
Die Entwicklungsgeschichte des Orgelbaus im Lande Mecklenburg-Schwerin, Wolfensbüttel
1935; Haacke zitiert darin aus dem Mecklenburgischen Kircheninventar 1811]:
| Manual |
Pedal |
| Quintadena [16’] |
Subbass 16' |
| Principal 8’ |
Principal 8’ |
| Gedakt 8’ |
Gedakt 8’ |
| Octave 4’ |
Octave 4’ |
| Hohlflöte 2’ |
Dulcian 16’ |
| Rauschquinte 2fach |
Trompete 8’ |
| Sesquialter |
|
| Mixtur 3fach |
Cimbelstern |
| Trompete 8 |
Tremulant |
Diese Orgel hatte zwar nur ein Manual, aber ein recht großes Pedal, das wahrscheinlich
im Stil jener Zeit in zwei Türmen rechts und links vom Hauptprospekt aufgestellt
war.
Die einzige von Briegel heute noch erhaltene Orgel befindet sich im Dom zu Cammin/Pommern
(Kamien Pomorski) und ist in jedem Sommer Mittelpunkt eines Orgelfestivals.
H. F. Albrecht schrieb über die Grevesmühlener Orgel von 1681: „Die alte,
schon seit Jahrzehnten kaum noch brauchbare, aber dennoch bis Anfang des Jahres
1872 benutzte Orgel mit 15 Registern, einem Manual und Pedal war im Jahre 1681
angeschafft.“
Diese fast 200 Jahre alte Orgel war damit die unmittelbare Vorgängerin des jetzt
in unserer Kirche vorhandenen Instruments. „Die von Herrn Friese zu Schwerin
für den Preis von 7800 M neu erbaute Orgel mit 20 klingenden Registern und
etwa 1000 Pfeifen wurde am 8. August 1872, an welchem Tage eine öffentliche
Prüfung derselben durch die Herren Musikdirektor Maßmann und Organist Forchhammer
aus Wismar stattfand, der hiesigen Kirchenbehörde übergeben.“
Einen ersten Motor bekam diese Orgel im Jahre 1912. In einem Brief des Superintendenten
Rische an den Oberkirchenrat betreffs der Kosten für den elektrischen Antrieb
der Orgel vom 3. März 1913 heißt es: „...Der Küster, welcher nach dem Bericht
des Pastors Münster vom 18. Februar für seine Verpflichtung, einen Bälgetreter
zu stellen, jährlich 23,48 M aus seinem Diensteinkommen hat aufwenden müssen,
wird von dieser Pflicht entbunden, verliert aber dafür die 18,66 M Licht-,
Kohle- und Kalkanten-Gebühr, und stellt für die seltenen Fälle, wo der Motor
nicht funktioniert, einen Bälgetreter.
Der Organist
behält die 3 M Bälgetretergebühr für die Uebernahme der Pflicht der Anstellung und Abstellung des Motors.“
Dieser erste Motor wurde im Jahre 1965 von der Orgelbaufirma Nußbücker durch
einen neuen ersetzt. In diesem Zusammenhang wurde auch am 31.10.1965 nach Rücksprache
mit Organistin Marie-Luise Förster, geb. Rosin, von derselben Firma die Aeoline
4’ zu einem 2’ Register abgesägt.
Im Sommer 1989 erfolgte eine dringend nötige, die Substanz erhaltende Reinigung
der Orgel durch Studenten, die sich scherzhafterweise „Silbermann & Fender“
nannten.
Auch wurde zum dritten Male ein neuer Motor eingebaut. Dieser wurde vom Bund
der Evangelischen Kirchen in der DDR von der Fa. Laukhuff aus Weikersheim -
BRD importiert.
Seit 1991 wird unsere Friese-Orgel durch die Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider
aus Dresden gepflegt und gewartet. Darüber hinaus wurden u.a. die Mechanik überholt
und die Zungen instand gesetzt sowie ein Havarieschaden behoben. Seit 1995 besteht
ein Pflegevertrag mit der Firma Wegscheider. Im November 1999 wurde die Aeoline
4’ im Oberwerk wieder auf ihre ursprüngliche Länge gebracht.
Abgesehen von den Prospektpfeifen, die ca. 1917 im ersten Weltkrieg abgegeben
werden mußten, jedoch durch relativ hochwertige Zinkpfeifen ersetzt wurden,
präsentiert sich diese Orgel wieder in ihrer originalen Klanggestalt und erfreut
Hörer wie Spieler gleichermaßen.
Disposition
der Friese-Orgel von 1872 zu Grevesmühlen
| Hauptwerk |
Oberwerk |
Pedal |
| Sperrventil
Hauptwerk |
Sperrventil
Oberwerk |
Sperrventil
Pedal |
Principal 8' |
Geigenprincipal 8' |
Principalbaß 16' |
Bordun 16' |
Salicional 8' |
Subbaß 16' |
Flöte 8' |
Lieblich Gedact 8' |
Principalbaß 8' |
Gedact 8' |
Aeoline 4' |
Baßflöte 8' |
Gamba 8' |
Flöte 4' |
Posaune 16' |
Principal 4' |
|
|
Octave 2' |
|
|
Nasard 2 2/3' |
|
|
Mixtur 5fach |
|
|
Trompete 8' |
|
|
Tastaturumfang
Manual I + II: C - f3 |
Nebenzüge
Calcant
Manualcoppel
Pedalcoppel |
Tastaturumfang
Pedal: C - d1 |
Besonderheiten
dieser Friese-Orgel
Dies ist eine einzigartige, abgesehen von den Prospektpfeifen,
original erhaltene Friese-Orgel. Dadurch ist sie historisch besonders wertvoll.
Die Erkenntnisse über die Grevesmühlener Orgel haben
bei den Restaurierungsarbeiten an anderen Friese-Orgeln entscheidend geholfen.
Somit war sie (z.B.) Vorbild bei den Restaurierungen der Orgeln in der Paulskirche
Schwerin, in Parchim und in Bützow.
Bei der Disposition der Grevesmühlener Friese-Orgel
gibt es einiges besonders beachteneswertes:
So ist die Mixtur nicht wie auf dem Registerknopf
angegeben eine Mixtur 5fach, sondern eine Terz-Mixtur 3fach, die als Labial-Trompete
eingesetzt werden kann.
Mixturzusammensetzung:
| C |
|
22/3’gedeckt |
|
13/5’ |
1’ |
| c° |
|
22/3’gedeckt |
|
13/5’ |
11/3’ |
| c1 |
|
22/3’ |
2’ |
13/5’ |
|
| d3 |
31/5’ |
22/3’ |
2’ |
|
|
Das Nasard ist als Principalquinte gebaut. Die Flöte
8’ des Hauptwerkes ist eine sehr voll klingende Doppelflöte. Das heißt, sie
hat zwei Labien. Neue Skizze!!
Friese III baute außschließlich Orgeln mit mechanischer
Schleiflade. Doch war es, besonders bei so großen Orgeln, nicht unbedingt üblich,
den Spieltisch seitlich aufzustellen. Diese Besonderheit ist wahrscheinlich
mit der Größe der Orgelempore zu begründen.
Die Windladen der beiden Manuale, Hauptwerk und Oberwerk
liegen auf einer Ebene und nicht übereinander. Doch sind auf dem zweiten Manual
C- und Cis-Seite miteinander vertauscht.
Insgesamt gibt es 1036 klingende Pfeifen aus Holz und
Metall. Bei der Metall-Legierung handelt es sich um „Berliner Probezinn“, bestehend
aus 75 % Zinn und 25% Blei. Nur die Prospektpfeifen sind aus Zink. Die Holzregister
baute Friese III aus Kiefernholz, welche aus optischen Gründen und zum Zwecke
des Abdichtens einen rötlichem Bolus-Anstrich erhielten.
| im
Prospekt: |
Principal
8’ |
Zink |
|
| innen
|
Principal
8' |
Zinn
|
|
| 1.
Manual |
Bordun 16’ |
Holz
|
|
| =
Hauptwerk |
Flöte
8’= Doppelflöte |
Holz
|
|
| |
Gedact
8' |
Holz |
|
| |
Gamba 8' |
Zinn |
|
| |
Principal 4' |
Zinn |
|
| C-Seite |
Nasard 2 2/3'=
Principalquinte |
Zinn |
Cis-Seite |
| |
Octave 2' |
Zinn |
|
| |
Mixtur 5fach= Terz-Mixtur
3fach |
Zinn |
|
| |
Trompete 8' |
Zinn
- Becher
Messing - Kehlen |
|
| Stimmgang |
|
|
|
| 2.
Manual
= Oberwerk |
Geigenprincipal
8' |
große
Oktave Holz, gemeinsam mit |
|
| |
Salicional
8' |
Salcional,
danach getrennt weiter Zinn |
| Cis-Seite |
Lieblich Gedact
8' |
Holz
|
C-Seite |
| |
Aeoline 4' |
Zinn
(wieder angelängt, war kurzzeitig 2’) |
| |
Flöte 4' |
große
Oktave aus Holz, weiter Zinn |
| Pedal |
Principalbaß 16' |
Holz |
|
| |
Subbaß 16' |
Holz |
|
| |
Principalbaß
8' |
Holz
|
|
| C-Seite |
Baßflöte
8' |
Holz |
Cis-Seite |
| |
Posaune 16' |
Holz
- Becher,
Messing - Kehlen |
|
Begriffserklärung:
Prospekt = das Gesicht - die Schauseite der Orgel
Manual = Tastatur für das Spielen der Orgel mit den Händen
Pedal = Tastatur für das Spielen der Orgel mit den Füßen
Register = Eine Reihe von Pfeifen gleicher Bauart und entsprechend
gleicher Klangstärke und -farbe durch die gesamte Skala der Tastatur nennt man
ein Register. Diese Friese-Orgel hat 20 Register. Man unterscheidet dabei zwischen
Labialen (Lippenpfeifen) und Lingualen (Zungenpfeifen). Der Ton der Labialstimmen
wird durch eine in Schwingungen versetzte Luftsäule erzeugt, wie es zum Beispiel
auch bei den Blockflöten geschieht. Zu dieser Klasse der Register gehören die
kräftigen Prinzipale (Principal, Octave, Mixtur ...), die weicher und lieblicher
klingenden Flöten und Gedackte (Doppelflöte, Bordun, Subbaß ...) und die obertönigen
Streicher (Geigenprincipal, Slicional, Aeoline ... ).
Bei den Lingualen wird der Ton durch eine schwingende
Zunge wie beim Akkordeon oder Harmonium erzeugt. Solche Zungenregister sind
Trompete und Posaune. Während bei den Labialen die Länge einer Pfeife über die
Tonhöhe entscheidet, dienen die Becher über den tonerzeugenden Teilen der jeweiligen
Zungenpfeife als Resonatoren.
Fußtonzahl = Die Pfeifenlänge wird seit alters her in Fuß gemessen.
1 Fuß (abgekürzt 1’) sind etwa 32 cm. Der Registerzusatz 8’ bedeutet, daß die
größte Pfeife, das große C, eine Länge von 8’ hat, also etwa 2,60 m lang ist.
Ein anderes Register, das auf sämtlichen Tasten einen um eine Oktave höheren
Ton erklingen läßt, steht im 4’. Die größte Pfeife ist dabei nur 4’, also etwa
1,30 m lang. Es gibt z.B. auch 2’-, 2 2/3’- und 16’- Register. Die größte Pfeife
in dieser Orgel ist das große C im Principal 16’ mit einer Länge von etwa 5,20
m und einer Frequenz von 32 Hertz.
Traktur = Die Tontraktur ist der Mechanismus, der den Impuls
der Taste zum Tonventil transportiert. Der Mechanismus der Registertraktur regelt
die freie Auswahl der Stimmen (Register). Diese Friese-Orgel hat eine mechanische
Traktur, bestehend aus Abstrakten (schmalen Leisten), Wellen und Winkeln aus
Holz. Im Gegensatz dazu gibt es bei manchen anderen Orgeln pneumatische Trakturen.
Bei dieser Trakturart wird der Impuls durch die Verdrängung von Luft innerhalb
eines Röhrensysthems weitergegeben.
Windlade = Herz der Orgel
Auf der mit Wind gefüllten Lade stehen die
Pfeifen. Die in der Windlade endende Register- und Tontraktur ermöglicht das
Öffnen von Ventilen und damit das Erklingen der gewünschten Pfeife. Jede dieser
Pfeifenreihen hat eine eigene Registerschleife.
Organist = Orgelspieler
Kantor = Chorleiter
Kirchenmusiker = Kantor und Organist
Die Organisten an der Friese-Orgel und ihren Vorgänger-Orgeln
1620 erbaute Orgel von Meister Henning Kröger aus Wismar
1659 Kirchenbrand - auch die Orgel brannte
ab
1681 Bau einer neuen Orgel
1715 gab es einen nicht namentlich erwähnten
Organisten
bis 1757: Herr Sandmann
1757 - 1786: Herr Gesenius, Schwiegersohn von
Herrn Sandmann, Hauptberuf: Schneider
1818: Herr Friede - Organist und zweiter Schullehrer
1874 - 1913: Friedrich Johann Georg Weck -
Organist
1913, ab Feb. Heinrich Rödlingshöfer als Vertretung
für Weck
1914, ab April: Emil Dose - im Kriegsdienst
(1. Weltkrieg)
wurde ab Aug. 1914 vom Küster Goldberg vertreten
1919 - 1952: Heinrich Rödlingshöfer, Organist
und Lehrer seit 1912
1952 - 1967: Marie-Luise Förster, geb. Rosin - Kirchenmusikerin
mit einem Anfangsgehalt von 100,- Ostmark
1967 - 1988: Margareta Meyer, Katechetin und Organistin
1988 - 1994: Renate Laurien, geb. Ahrent, Kirchenmusikerin
1994 - 1998: Cornelia Kurek, geb. Haufe, Kirchenmusikerin
ab 1998: Annerose Lessing, Kirchenmusikerin
Organist Weck - und die moderne Technik
oder: Wie die Friese-Orgel ihren ersten Motor
bekam
Das Amt des Organisten hatte in Grevesmühlen seit Ostern 1874 Friedrich Weck
inne, geboren am 23.08.1839 in Wittenburg. Aber um dem neuen wohlklingenden
Instrument Töne zu entlocken, bedurfte es auch der Hilfe eines Bälgetreters.
Bis zum Herbst 1911 erfüllte diese Aufgabe die Ehefrau des Totengräbers Bössow,
stellte sie dann aber wegen zunehmender Kränklichkeit ein. Es war sehr schwierig,
jemanden in Grevesmühlen zu finden, der sie ersetzte. Wiederholt kam es deshalb
zu Streitigkeiten zwischen dem Küster Goldberg, der als eigentlicher Bälgetreter
dafür verantwortlich war, und dem Organisten Weck, dem die Leistungen der vom
Küster gestellten Hilfskräfte nicht genügten. Deshalb wurde auf der Pfarrkonferenz
1911 beschlossen, die Bälge durch elektrische Kraft in Bewegung zu setzen. Schon
am 30. November wurde die dafür erforderliche Vorrichtung eingebaut.
Der Organist Weck weigerte sich aber standhaft, das Werk durch die sich unmittelbar
neben der Orgelbank befindliche Anlage an- und abzustellen, denn er befürchtete
ernsthaft, sich dabei durch die Berührung mit dem elektrischen Strom zu verletzen.
Außerdem vertrat er die Ansicht, er sei als Organist nur für die Tasten angestellt,
die Handhabung der Bälge sei die Sache des Küsters. Bis zum Ende des Jahres
versah dann auch Goldberg diesen „gefährlichen“ Dienst, wozu er sich jedesmal
von seinem Platz unten in der Kirche auf den Orgelchor hinaufbegab.
Um dieser umständlichen Handhabung ein Ende zu setzen, wurde Weck nach persönlicher
Rücksprache Pastor Münsters mit dem Superintendenten in Wismar am 9. Januar
1913 die ausdrückliche Anweisung erteilt, sich der Bälge selbst anzunehmen.
Doch noch vor der notgedrungenen Übernahme der gefürchteten Vorrichtung am folgenden
Sonntag erkrankte Weck, und er kehrte nie wieder auf seine Orgelbank zurück.
Die Vertretung des Organisten übernahm Heinrich Rödlingshöfer, Lehrer an der
hiesigen höheren Knabenschule.
Anfang Februar 1913 stellte Weck den Antrag auf seine Pensionierung und wurde
nach 39jähriger Tätigkeit (1884 - 1913) zu Ostern 1913 in den Ruhestand versetzt.
Doch Friedrich Weck konnte sich seines Rentendaseins nicht lange erfreuen. Am
22. August 1914 erlag er, schon länger herzleidend, einem Schlaganfall.
aus
der Chronik der Kirchgemeinde Grevesmühlen
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